Das Kirchenschiff

Um die Intention des Erbauers nachzuempfinden, sollte man sich beim Betreten des Kirchenraumes vergegenwärtigen, dass der ganze Raum als ein Schiff gedacht war, in dessen Bug im Osten der Altar steht. Vielleicht werden Ihre Augen vergeblich nach einer frei stehenden Kanzel suchen. Wie in anderen Kirchen war die Kanzel auch hier ursprünglich nicht mit dem Altar verbunden. Wegen steigender Besucherzahlen wurden aber 1841 Seitenemporen (Lektoren) errichtet, und die Kanzel musste weichen. Unüblich, aber sehr gekonnt, hat man daher die Kanzel, den Altar und den Epitaph des Pastors Stropius zu einem einheitlich wirkenden Aufbau verbunden. Heute werden die Predigten aber von dem Stehpult rechts vom Altar auf dem neu errichteten Podium abgehalten. Dies soll mehr Nähe zu den Gläubigen schaffen. Hinter diesem Pult, vor dem letzten Fenster rechts, finden Sie noch Reste der alten Verglasung von 1687. Der Kronleuchter von 1786 hängt zwischen den Lektoren mit den Brüstungsbildern von 1938, die biblische Szenen zeigen.

Auf dem Bild sieht man drei Grabplatten ehemaliger Pastoren. Sie wurden erst auf Veranlassung von Pastor Natus an den Wänden angebracht, so dass die Pastoren auf dem Weg zum Altar nicht mehr über sie hinweg steigen mussten. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Gestühl vom gotischen "Zierrat" befreit und grünlich gestrichen. Die Wände erhielten eine weiße Farbe, so dass das Fachwerk auch im Innern sichtbar wurde. Vereinzelt wurden auch wieder goldene Holzsterne an die blaue, gewölbte Decke angebracht, um erneut den Eindruck eines sternenbedeckten Himmels zu erwecken. Das Schiff mit den Gläubigen ist ja unterwegs auf einer Reise von der Zeitlichkeit zur Ewigkeit. 1969 wurde die alte Orgel von 1911 ersetzt.