Neue Fischtreppe

Die neue Fischaufstiegsanlage am Wehr Geesthacht

Mit dem Bau der Staustufe in Geesthacht vor 50 Jahren wurde vielen sehr kleinen und sehr großen Fischen, ein mit bis zu vier Metern Höhe kaum zu überwindendes Hindernis in den Weg gestellt. Vorher wurden in Hamburg noch jährlich etwa 7000 Störe gefangen. Danach ist der atlantische Stör bis auf Vorkommen in Frankreich ausgestorben. Die neue Fischaufstiegshilfe soll, zusammen mit einer Wiederansiedlung (Einsatz von Jungfischen und Laich), den bis zu 3,5 m langen Fisch wieder in der Elbe heimisch machen. Hinsichtlich der Sauberkeit genügt die Elbe den Ansprüchen vollkommen. Zusätzlich zum Stör soll die Fischtreppe dem atlantischen Lachs, der Meerforelle und auch dem Aal die Wanderung zwischen Lebensraum und Kinderstube wieder ermöglichen.
Viele weitere Fischarten, wie unter anderem Flussneunauge, Stint, Quappe, Blei, Ukelei, Aland, Zander werden von der Aufstiegshilfe profitieren. Sogar der seltene Hase und die Flunder, die als einziger Plattfisch bis weit in die Flüsse aufsteigt, als schlechter Schwimmer aber das Wehr nicht überwinden konnte, können jetzt weiter elbaufwärts steigen. Die alte Fischtreppe auf der niedersächsischen Seite war für sehr kleine Fische zu turbulent und für größere Fische zu klein und damit unüberwindbar.
Wie wichtig ein solcher Fischaufstieg ist, zeigt sich schon dadurch, dass innerhalb der ersten 90 Minuten nach dem Fluten der Fischtreppe 500 Fische registriert wurden. Wissenschaftler beobachten die durchziehenden Fische, um die richtige Funktion der Aufstiegshilfe nachzuweisen, eine Voraussetzung für den Betrieb des Moorburger Kraftwerkes. Dazu werden dreimal täglich die die Fische aus den Reusen am Ende des Aufstiegs entnommen vermessen, registriert und wieder ausgesetzt. Durchschnittlich werden so 700 Fische pro Tag von den Wissenschaftlern des hessischen Instituts für angewandte Ökologie bewertet.