Geesthacht Fischtreppe

alte Fischtreppe

Die alte Fischtreppe

Geesthacht Fischaufstieg neben dem Wehr

Um die Elbe auch für größere Schiffe befahrbar zu machen, sind insbesondere auf tschechischer Seite Staustufen, Schleusen und Wehranlagen gebaut worden. Sie sind für die Fische nicht zu überwinden. Das Wehr Geesthacht hat als einziges Bauwerk auf deutscher Seite eine Fischaufstiegshilfe, die Fischtreppe. Die ARGE-Elbe (Arbeitsgemeinschaft zur Reinhaltung der Elbe) und der Bund haben zusammen die Anlage geplant und gebaut. Durch diese Maßnahme soll die ökologische Verbesserung der Elbe weiter vorangetrieben werden. Der Aufstieg wurde im April 1998 fertig gestellt.
Der Fischaufstieg ist 8 m (Sohle) bis 11 m (Wasserspiegel) breit, 80-120 cm tief und 216 m lang. Diese so genannte Raugerinne mit drei Gefällestrecken und zwei Ruhebecken lässt die Fische den bis zu 4,7 m großen Höhenunterschied des Wehrs überwinden. In die Rinne hat man 1,2 m hohe Störsteine gelegt, die eine kräftige Strömung bewirken und dadurch Fische, die flussaufwärts ziehen, anlockt. In den Ruhezonen fehlen diese Steine. Die Durchflussmenge des Wassers beträgt 6,3 m3/s. Als Kontrolleinrichtung dienen vier Fischreusen und zwei Steigaalreusen.

Vor dem Bau konnten Fische, die nur im Oberlauf der Elbe und in seinen Nebenflüssen ablaichen, ihre Laichplätze nicht erreichen. Zu diesen Fischen gehören u. a. die Wanderfischarten Flussneunauge, Lachs, Meeresforelle, Aal, Dreistachliger Stichling und die Flunder.
Lachse werden seit 1995 im Elbsandsteingebiet der Elbe ausgesetzt. Die Jungfische wandern dann ins Meer und werden später wieder stromaufwärts zum Ablaichen schwimmen. Die Aale dagegen wandern stromabwärts, um im Sargassomeer abzulaichen. Ihre Jungfische kehren dann wieder in die Elbe zurück.

Die neue Fischtreppe

Am Wehr in Geesthacht entstand eine neue Fischaufstiegsanlage, die es den Wanderfischen, wie z.B. Lachs, Meerforelle und Stör, ermöglicht, problemlos die Laichgebiete im oberen Bereich der Elbe zu erreichen. Dadurch erhöht sich die Hoffnung auf eine neue Ansiedelung des in der Elbe ausgestorbenen Störs. Die alte Fischtreppe hat sich als zu klein erwiesen.
Die neue Fischtreppe ist den Uferbedingungen der Elbe angepasst und von Wissenschaftlern der TH Karlsruhe optimiert worden. Der Energiekonzern Vattenfall errichtete die Aufstiegsanlage als ökologische Ausgleichsmaßnahme für das Kohlekraftwerk Hamburg-Moorburg.
Die Fischaufstiegshilfe besitzt eine Länge von 550 Metern. Sie besteht aus 45 Becken. Die Fische können durch zwei jeweils 1,20 Meter breite senkrechte Schlitze von Becken zu Becken gelangen und so den Höhenunterschied leicht bewältigen. Geschlitzte Außenwände sollen die Strömung und die Höhendifferenz beidseits des Wehres reduzieren und dadurch den Aufstieg erleichtern. Durch ihre Konstruktion ist die Fischtreppe auch für größere Fische durchgängig.