Wehr und Schleuse


1a Fischtreppe alt 1n Fischtreppe neu 2 Wehr 3 Schleusenkanal 4 Schleuse (zum Anklicken)

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts werden immer größere Anforderungen an das Fahrwasser zu dem größten deutschen Seehafen Hamburg gestellt. Die Unterelbe wurde daher mehrfach vertieft und der Hafen ständig weiter ausgebaut.
Oberhalb von Hamburg kam es dadurch zu einer Vergrößerung des Fließgefälles, einer Austiefung des Strombettes und zu einem Absinken der Wasserstände. Bei Geesthacht sank der mittlere Wasserstand seit 1980 um rund 1m.
Um der Verschlechterung der wasserwirtschaftlichen Verhältnisse und der Fahrverhältnisse oberhalb von Hamburg zu begegnen, wurden das Stauwehr der Elbe und der Schleusenkanal mit der Doppelkammerschleuse errichtet. Ursprünglich war auch ein Laufkraftwerk am Wehr geplant worden. Davon musste man 1958 Abstand nehmen, weil man nach Einsprüchen der ehemaligen DDR aus politischen Gründen auf eine Aufstauung des Wasserspiegels auf NN+5,65 m zugunsten einer verringerten Aufstauung auf NN+4 m verzichtete. Da durch diesen Kompromiss das ohnehin geringe Gefälle noch niedriger wurde, konnte das Laufkraftwerk nicht mehr realisiert werden. Die Voraussetzungen für ein Pumpspeicherwerk, das elektrische Energie zur Deckung des Spitzenbedarfs erzeugen sollte, waren aber nach wie vor gegeben. Außerdem konnte Hamburg nun unmittelbar und vollschifffig mit dem damals noch westdeutschen Wasserwegenetz verbunden werden. Dazu wurde am 15.6.1976 der Elbe-Seitenkanal in Betrieb genommen.
Die Alternative war und ist die Verbesserung der Schifffahrtsverhältnisse bis Magdeburg, die hydrologisch aber sehr einschneidend ist, da sie die Strömungsverhältnisse stark beeinflusst. Auf Grund der im Jahr 2002 gemachten Erfahrungen bezüglich der Überschwemmungen kann man nur hoffen, dass ein weiterer Ausbau der oberen, z.T. noch naturnahen Elbe unterbleibt. Zur Verbesserung der ökologischen Bedingungen für die Fische hat man 1998 eine Fischtrppe bauen lassen. 2009 wurde am entgegengesetzten Ufer der Elbe eine neue Fischtreppe gebaut.

Geesthacht Wehr Das Wehr verbessert die Schifffahrtsverhältnisse zwischen dem Abzweig des Elbe-Lübeck-Kanals bei Lauenburg und des Elbe-Seitenkanals bei Artlenburg, schafft die Voraussetzung für den Betrieb des Pumpspeicherwerks und des Kernkraftwerks Krümmel und verhindert ein Absinken des Grundwasserspiegels.

Geesthacht Schleuse Die Schleuse Geesthacht ist eine Doppelkammerschleuse. Die Kammerlänge erlaubt es z.B. vier so genannte Europaschiffe von 1350t oder ein Schubverband in zweigliedriger Zwillingsformation gleichzeitig zu schleusen. Die beiden Kammern arbeiten oft im Verbund, können aber auch völlig unabhängig betrieben werden.

Schleusenkanal und Hafen Geesthacht Durch die Staustufe entstand ein Gefälle, das den Bau des Schleusenkanals mit der Schleuse unumgänglich machte. Man prüft gegenwärtig die Wirtschaftlichkeit eines Hafenneubaus, um einen Container-Umschlagspunkt mit Containerpackstation zu erhalten.

Geesthacht Fischtreppe Das Wehr Geesthacht hat als einziges Bauwerk auf deutscher Seite eine Fischaufstiegshilfe. Diese Raugerinne lässt die Fische den bis zu 4,7 m großen Höhenunterschied des Wehrs überwinden. In die Rinne hat man Störsteine gelegt, die eine kräftige Strömung bewirken und dadurch Fische, die flussaufwärts ziehen, anlockt.