Das Umfeld für die Nahrungssuche

Das perfekte Umfeld für die Störche steht und fällt mit den Möglichkeiten einer erfolgreichen Nahrungssuche. Drei Voraussetzungen sind dafür entscheidend:
Die Beute muss in ausreichender Menge vorhanden sein,
der Storch muss sie erspähen können und
ein Storch muss sein Nahrungsbiotop durchlaufen können, ohne dass er an den Pflanzen hängen bleibt.
Er ist ein Schreitjäger.
Am wohlsten fühlen sich die Störche im offenen oder halboffenen Gelände, wenn sich in der Nähe eines sicheren Horstes auf einem Mast, Dach, Schornstein oder Baum ein extensiv bewirtschaftetes Feuchtgrünland befindet. Die Wiesen sollten einmal im Jahr gemäht werden. Das Gras erreicht dann eine solche Höhe, dass Bodentiere gute Deckung finden, der Storch selbst aber sich leicht bewegen kann und immer einen guten Überblick behält.

Storch bei der Nahrungssuche

Ein Altstorch benötigt etwa 700g Futter, während die Jungstörche sogar etwa 1500g zu sich nehmen. Man kann sich leicht die Mühsal der Futtersuche vorstellen, wenn man sich vor Augen hält, dass oft drei oder sogar bis zu fünf Junge großgezogen werden.
Seine Beutetiere sammelt der Storch beim Überschreiten der Wiese, beim Durchwaten von Gräben oder lauernderweise vor Mäuse- oder Maulwurfslöchern. Die Beute wird mit der Schnabelspitze ergriffen, hochgeworfen und nach dem Auffangen verschluckt.
Eine wichtige Nahrungsquelle für den Storch stellen neben Würmern auch Insekten wie die Heuschrecken dar.

Große Nahrung

Wenn der Boden feucht genug ist, befinden sich die Tiere hier nahe der Bodenoberfläche und können so leicht erbeutet werden. Der feuchte Boden ist nicht hart und ermöglicht dadurch, dass die Vögel problemlos darin nach Nahrung stochern können.
Das feuchte Grünland, in dem die Wiesen nur einmal im Jahr gemäht werden, bietet für Amphibien, eine weitere Beute der Störche, den idealen Lebensraum. Sie können in den reichlich vorhandenen Gräben und Wasserflächen laichen und finden dort auch ihre Nahrung, da die Blütenpflanzen viele Insekten anlocken.
Neben den Würmern und Insekten und Fröschen stellen Reptilien wie die Schlangen und Säugetiere wie die Mäuse sehr wichtige Beutetiere für die Störche dar.

Wird eine Grünfläche dagegen intensiv genutzt gehen sämtliche Vorteile verloren.
Die mehrfache Mahd gefährdet die Amphibien. Entwässerte Flächen bieten ihnen kaum Lebensraum, da Laichplätze fehlen und die Vielfalt der Blütenpflanzen und damit auch der Insekten verloren geht. Eine solche Wiese zeichnet sich durch Artenarmut aus. Außerdem können die Störche mit ihren Schnäbeln kaum in den harten Boden eindringen und deshalb Regenwürmer nur in den frühen Morgenstunden erbeuten, wenn die oberste Bodenschicht noch eine Restfeuchtigkeit enthält.
Hier hat der Storch, vor allem während der Ernte, eine gute Chance Mäuse zu erbeuten. Häufig marschiert er dann hinter der Mähmaschine oder dem Heuwender her, da große Mengen an Beutetieren offengelegt werden. Er erbeutet dann häufig Mäuse und Maulwürfe.

Futtersuche beim Heuwenden