Die Paarung

Ihre Treue gilt nicht unbedingt dem Partner, der, wenn er ausbleibt, durchaus durch einen neuen ersetzt werden kann. Sie führen eine Saisonehe. Unerwünschte Rivalen, die sich ins gemachte Nest setzen wollen, werden mit heftigem Klappern und Fauchen vertrieben. Nicht selten enden solche Nestrivalitäten in heftigen, teilweise blutigen Kämpfen, bei denen manchmal sogar ein Storch seinen Kampfverletzungen erliegt.

Sobald beide Altstörche angekommen sind, erfolgt die Paarung. Das Männchen umschreitet das Weibchen, welches Paarungsbereitschaft durch Kopfsenken zeigt. Das Männchen legt seinen Hals über den des Weibchens (Bild 2 Einhaken), steigt auf (Bild 3) und schnäbelt, mit den Flügeln das Gleichgewicht haltend. Das Weibchen legt den Kopf zurücklegt und erwidert das Schnäbeln (Bild 4). Es nimmt die Flügel zur Seite und gibt durch Heben des Schwanzgefieders die Kloake frei (Bild 5). Die Kopulation erfolgt (Bild 6). Nach der Kopulation springt das Männchen auf den Nestboden (Bild 7) und beide Partner führen zeremonielle Putzbewegungen aus.


Kurze Zeit später befindet sich schon das erste Ei im Nest. Rasch wird das Gelege erweitert, das aus bis zu fünf oder sogar sechs Eiern bestehen kann. Das anstrengende Brutgeschäft, bei dem sich die Eltern abwechseln, kann nun beginnen.