Gefahren

Witterung

Bis Anfang Juni können viele Jungstörche nass-kaltem Wetter zum Opfer fallen. Ihre starke Witterungsempfindlichkeit resultiert daher, dass sie noch keinen Schutz vor Nässe und Kälte durch ein vollständiges Federkleid haben. Besitzt das Nest keine gute Drainage, verwandelt sich das ausgepolsterte Nest in einen Morast. Betteln die Jungvögel mit nachlassender Kraft immer weniger, verlassen die Altvögel das Nest. Einzelne tote Junge werden aus dem Nest geworfen.

Futtermangel

Bei Futtermangel in den Brutgebieten können die Störche nicht so viele Junge großziehen. Hier wirken sich zum Beispiel die Trockenlegung von Feuchtgebieten, die Umstellung von extensiver auf intensive Bewirtschaftung oder die verbreitete Umstellung auf Maisanbau für Biogasanlagen aus. Besonders katastrophal haben sich aber Dürreperioden und Überweidung in den Überwinterungsgebieten auf die Westzieher ausgewirkt. Weite Teile der Sahelzone wurden verwüstet. Mit dem Verschwinden der Vegetation verschwanden auch die für den Storch wichtigen Nahrungstiere. Dadurch kam es zu höheren Verlusten bei der Überwinterung. Die geschwächten Tiere kamen außerdem verspätet in die Brutgebiete und konnten nur mit geringerem Erfolg brüten.

Gifte

In Spanien werden oft vergiftete Köder gegen streunende und wildernde Katzen ausgelegt. Die Störche, auf deren Speisekarte auch Aas steht, sind dadurch stark gefährdet. Indirekt wirken sich Gifte natürlich auch durch die Dezimierung von Futtertieren aus.

Elektrische Leitungen

Die Vielzahl an elektrischen Freileitungen stellt für große Vögel wie den Storch eine tödliche Gefahr dar. Der Tod durch den elektrischen Strom ist die häufigste direkte Todesursache für den Weißstorch in Deutschland. Die Störche stoßen wegen ihrer großen Spannweite leicht gegen die Drähte oder berühren diese mit den Flügeln bei der Rast auf dem Mast. Sie sterben durch einen elektrischen Schlag. Hier helfen nur verbesserte Mastkonstruktionen oder eine Verbannung der Stromleitungen unter die Erde.

Ringe

Zur besseren Wiedererkennung für wissenschaftliche Zwecke wurden viele Störche mit breiten Aluminiumringen beringt. Wenn sie sich dann in Afrika zur Kühlung auf die Beine koten, die Weiße Schicht bewirkt eine bessere Reflexion der Sonnenstrahlung, kann es passieren, dass die Harnsäure zwischen Ring und Bein auskristallisiert. Sie bildet dann eine steinharte Manschette und schnürt die Durchblutung des Beines ab. Heute verwendet man Kunststoffringe, die den Nachteil nicht haben sollen, oder verzichtet ganz auf die Beringung.

Müll

Plastikabfälle, Schnüre und Bänder werden oft in die Nester eingebaut. Sie führen zu einer Verdichtung des Nestes, die den Abfluss des Regenwassers behindert. Dadurch bleiben die Jungen nach Regenfällen zu lange der Feuchtigkeit ausgesetzt und können an Unterkühlung sterben. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich die Störche in dem Material zu verheddern.


Bejagung

In den Winterquartieren oder in Gegenden in denen sie rasten werden die Störche oft bejagt. Besonders in Gebieten in denen die Menschen Hunger leiden wird der Storch auch als Fleischlieferant betrachtet.